Zur Geschichte des Vereins

Seit Vereinsgründung scheinen in den spärlichen Dokumenten mehrere Bezeichnungen  auf: Ursulaverein, Verein Kindergarten, Christliche Kinderfreunde, Lienzer Kinderfreunde. In der Jahreshauptversammlung 1971 wurde die Änderung des Vereinsnamens „Lienzer  Kinderfreunde“ in „Kindergartenverein Villa Monti“ beschlossen.
Der Verein hebt einen Mitgliedsbeitrag ein und hält einmal im Jahr die Hauptversammung ab.
Tatsache ist, dass es schon seit mehr als 100 Jahren einen christlichen Verein in Lienz gibt, dessen Sorge den Kindern dieser Stadt gilt. So heißt es im Kaufvertrag zwischen dem  Verein und Franz Guggenberger 1930:

„Der Verein Lienzer Kinderfreunde hat sich insbesondere die Fürsorge um bedürftige Kinder, Speisen, Bekleidung, Vermittlung von Sommerplätzen, Beteiligung mit Lehrmitteln usw. zur Aufgabe gemacht.“

In dieser Zeit waren es vor allem Spenden der Lienzer Bürger, die dem Verein die Mittel zur Verfügung stellten. Die Kaufsumme für die Villa Monti musste ebenfalls aus freiwilligen  Spenden aufgebracht werden. Zuwendungen kamen von der Gemeinde Lienz. Aber auch die Kinder mussten Schulgeld bezahlen.

1930: „Gesamtzahl der Kinder 100: davon 40 Arbeiterkinder, 27 Bahn-, 16 Bürger-, 15 Beamten-, 2 Arbeitslose - Kinder;  66 zahlten  je  4,50  S, 8 je 2,25 S, 1 Kind 4 S, eines 2,00 S. 23 arme Kinder haben nichts bezahlt.“

 

Seit 1958 ist die Stadt Lienz Mieterin des Gebäudes und kommt sowohl für die Instandhaltung als auch für Investitionen,  die sich auf den Kindergarten als solches beziehen, auf. Das Mietverhältnis beginnt mit 1. Jänner 1959 und wird auf unbestimmte  Zeit abgeschlossen.

Der Bestandsvertrag wird abgeschlossen zwischen dem Verein  „Lienzer Kinderfreunde“, vertreten  durch Dekan Josef Budamaier, Bankdirektor Hans Benedikt und MAG. Grete Engl als Vermieter einerseits, und der Stadtgemeinde Lienz, vertreten durch Bürgermeister Michael Meirer und zwei Stadträte, als Mieterin andererseits.

Der Verein ist für die Erhaltung der Villa zuständig:
„Zur Vornahme von Erhaltungsarbeiten am Mietgegenstand ist der Vermieter nur insoweit verpflichet, als es sich um ernste Schäden des Hauses handelt.“ Die Höhe der Miete wird festgelegt.

Die Barmherzigen Schwestern von Solbad Hall stellen 2 geprüfte Kindergärtnerinnen bei „die Anstellung weiterer Kräfte erfolgt durch die Mieterin im Einverständnis mit dem Vorstand des Vereins.“  In  einer Zusatzklausel vom 23. August 1968 wird festgelegt, dass „die Mieterin die gesamten Kosten für den Personal- und Sachaufwand und die öffentlichen Abgaben und Betriebskosten übernimmt.“ 

Ab 1965 fanden viele Restaurierungsarbeiten am Haus statt:

So wurde der Dachboden ausgebaut, die Grundmauern trockengelegt, eine Dachrinnenheizung wurde installiert, alle Fenster saniert, die Öl-Zentralheizung eingebaut. 2002 wurde das Haus an die Fernwärme angeschlossen. Im Garten werden vom Bauhof häufig neue Sträucher gesetzt, der Verein beschaffte Spielmöglichkeiten für die Kinder, wie ein Gartenhaus, eine Rutsche, eine Sandkiste. Eine dezente Aufschrift an der West- und Südwand des Hauses kennzeichnet nun den Kindergarten.

 

Der Verein legt wert auf betont christliche Grundsatzerziehungen. RR Hans Waschgler schrieb 1982 im Osttiroler Boten:

„Christliche Grundsatzerziehung ist seit den ersten Tagen der Tätigkeit des „Ursula vereins“ – also seit rund 100 Jahren – bis heute Leitbild und Richtschnur für den ältesten Kindergarten der Stadt Lienz geblieben und wird es weiterhin bleiben.“

 

Die religiöse Erziehung im Kindergarten orientiert sich am Jahreskreis und am Kirchenjahr. In der inhaltlichen Vorbereitung der Feste verinnerlichen die KG-Pädagoginnen Kindern den christlichen Sinn:

 

Erntedank

Dank an alle, die zum Gedeihen der Früchte beigetragen haben.


St. Martin

Teilen, Laternenumzug


Hl. Nikolaus

half Menschen, die in Not waren, beschenkt die Kinder


Advent

Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu. Adventkranz, Adventkalener


Weihnachten

die Geschichte von der Geburt Jesu im Stall, den Engeln, den Hl. 3 Königen. Krippenspiel


Ostern

Auferstehung, die Natur erwacht. Ostereier, Osterhase, Osternest


 

Vorstandsmitglieder seit 1946

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